Abgeschlossene Projekte

Familienstart

Junge Alleinerziehende unter 25 Jahren leben oftmals in prekären Lebensbedingungen. Sie müssen sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern und stehen noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Viele von ihnen leben von Leistungen nach dem Sozialgesetz. Hier setzt das von der BHF BANK Stiftung ermöglichte Projekt „Familienstart“ an, welches jungen Müttern und Vätern eine stabile Lebensperspektive ermöglichen soll.

Es unterstützt die jungen Alleinerziehenden darin, eine stabile Bindung zwischen sich und ihren Kindern aufzubauen. Dabei kommt auch die amerikanische, entwicklungspsychologische Methode STEEP zum Einsatz, deren Übertrag nach Deutschland auch von der BHF BANK Stiftung gefördert wurde. Durch die gemeinsame Arbeit der von der BHF BANK Stiftung für das Projekt zusammengebrachten Kooperationspartner – Jobcenter Frankfurt am Main, BVZ Beratungs- und Verwaltungszentrum gGmbH als Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen, Dezernat für Bildung und Frauen der Stadt Frankfurt sowie Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – sollte den jungen alleinerziehenden Müttern und Vätern zunächst im Modellprojekt eine langfristige Bildungs- und Berufsperspektive eröffnet werden. Angesichts einer überdurchschnittlich hohen Vermittlungsquote der Teilnehmerinnen in Arbeit oder Ausbildung und der damit einhergehenden Stabilisierung der Lebenssituation der jungen Familien wurde das Projekt von 2010 an aus gebaut und im August 2017 in das Regelangebot des Jugendjobcenters Frankfurt übernommen. Es steht jetzt allen jungen Alleinerziehenden in Frankfurt mit Kindern unter zwei Jahren, die von Sozialleistungen leben, offen.

Brückenschlagen –
Wissenschaft in die Schulen

lnternationale Vergleiche hatten gezeigt, dass in Deutschland
die naturwissenschaftlichen Schulfächer keine führende
Rolle spielen. Gleichzeitig beklagten Forschungsinstitute
und Universitäten den Mangel an naturwissenschaftlichem
Nachwuchs. Um einen Beitrag zur Abhilfe zu leisten, hatte
die BHF BANK Stiftung ein Förderprogramm in Zusammenarbeit
mit dem hessischen Kultusministerium angeregt
und von 2001 bis 2006 finanziert, welches vorsah, dass
Naturwissenschaftler/-innen von Forschungsinstituten und
Universitäten im Rhein-Main-Gebiet Vorträge über ihre
Arbeitsgebiete in weiterführenden Schulen halten, um für
ihre Fachbereiche Interesse zu wecken. Dieses Konzept
wurde in 2002 auch auf Mainz und Umgebung übertragen.

Die Kita als Ort für die Familie –
drei neue Kinder- und Familienzentren entstehen

Kinder lernen von Geburt an, überall und immer. Sie haben
Freude daran – es gibt nichts Spannenderes, als die Welt
zu erforschen. Kinder lernen in allen Lebensbereichen,
innerhalb und außerhalb der Familie und von Institutionen.
Bildung geht vom Kind aus. Damit Kinder in ihren Lernprozessen
vielfältig unterstützt werden, braucht es eine
Kooperation zwischen den Familien und allen, die mit
Kindern arbeiten. Eine besondere Bedeutung kommt da
den Tageseinrichtungen als täglichen Treffpunkt aller
Beteiligten zu. Daher hat die BHF BANK Stiftung zwischen
2007 und 2011 die Entwicklung von Kindertageseinrichtungen
zu Orten frühkindlicher Bildungsförderung und
Anlaufstellen für Eltern vorangetrieben und drei Modellstandorte
zu Kinder- und Familienzentren maßgeblich
gefördert. Am Modellstandort Fechenheim entstand ein
Ort des gemeinsamen Lernens für Kinder, Eltern und
Erzieherinnen, der sich am Konzept der „Early Excellence
Centers“ in England orientiert: Jedes Kind wird mit seinen
Stärken und Kompetenzen gesehen und die Eltern als
Experten ihrer Kinder. Aus der Verbindung von Kindertagesstätte
und Familienbildung wurden neue Angebote für
die Eltern entwickelt, die an der Situation im Familienalltag
anknüpfen und dort auch ihre Wirkung entfalten.
In der Nordweststadt ist ein Selbsthilfemodell muslimischer
Familien entstanden: Der Internationale Verein für
Kinder und ihre Familien e. V. hat in einem Testlauf die
Kombination aus Kindertagesstätte, Eltern-Info-Café und
Beratungsstelle erprobt. Eine Besonderheit des Standorts
war es, dass er von muslimischen Müttern aufgebaut
wurde, die einen guten Zugang zu den Familien in ihrem
Stadtteil hatten und im Zuge des Projekts ihre Ausbildung
zur Erzieherin absolvierten. Am Modellstandort Bornheim
wandelte sich ein familienfreundlicher Sportverein zum
Kinder- und Familienzentrum. Viele Angebote beruhten
hier auf dem Engagement von Freiwilligen. Das Angebot
wurde zu einem Ort der Begegnung und Kommunikation
vieler Milieus.
Alle drei Angebote konnten zeigen, wie wichtig es ist, dass
die jeweiligen Angebote auf spezifische familiäre Lebensbedingungen
zugeschnitten sein müssen. Aus der Zusammenarbeit
der Träger und Akteure vor Ort und den Familien
entstehen neue Handlungsweisen und gemeinsame Lern-
felder für Kinder und Eltern, für Profis und Freiwillige aller
Generationen. Heute gibt es in Frankfurt zahlreiche
Kinder- und Familienzentren, die diesen Weg erfolgreich
weitergehen.

Erfindertagesstätte

Die Förderung und Entwicklung des Ideenreichtums und
der Kreativität von Kindern hat auf Initiative der Eltern
eine Projektgruppe der Katholischen Kindertagesstätte
der Kirchengemeinde St. Georg in Hofheim/Taunus die
Idee einer Erfinderwerkstatt als prägendes Element im
Kindergartenalltag entwickelt. Die Umsetzung dieser Idee
wurde unter professioneller Hilfe des Vereins umwelt
exploratorium e. V. vorbereitet. In einer eigens innerhalb
der Kindertagesstätte eingerichteten Werkstatt sollen
den Kindern in Kleingruppen spielerisch technische
Prinzipien und physikalische Grundkenntnisse vermittelt
werden. Durch das Werkstattangebot soll die Kreativität
der Kinder gefördert werden und dadurch Vertrauen
in ihre eigenen Fähigkeiten bei der Entwicklung von
Problemlösungsstrategien gewonnen werden. Nach der
Begleitung im Förderungszeitraum von 2006 bis 2008
sollen die die Erzieher/-innen in der Lage sein, das Projekt
ohne externe Hilfe durchzuführen. Diesem Zweck dient
auch die Dokumentation der Vorgehensweise.

Sommerwerkstatt

Förderung von Kreativität und eigenständige Auseinandersetzung
mit der Umwelt und naturwissenschaftlichen Themen stehen im Mittelpunkt des Projektes „Sommerwerkstatt“, das die BHF BANK Stiftung für interessierte Kinder und ihre Familien von 2008 bis 2018 ermöglicht hat. Auf dem Gelände des Alten Flugplatzes im Frankfurter Grüngürtel bot es Kindern und ihren Eltern die Möglichkeit, an Sommerwerkstatt-Wochenenden teilzunehmen
und gemeinsam Dinge zu bauen und zu entwickeln und
dabei ein Verständnis und Bewusstsein für Umweltfragen
auszubilden. Innovative Themen wie Brückenbau, Solarthermie
oder der Bau von Windrädern standen auf dem
Programm. Kinder und Familien erkundeten in der
Aeronauten-Werkstatt spielerisch die Gesetze der Natur.
Unter dem Motto „Stadt in Bewegung“ konnten Familien
im ehemaligen Hangar Grundstücke erschließen und
bebauen, Verkehr gestalten, Begrünung planen und so
gemeinsam eine Stadt errichten. 2014 standen sechs
Werkstatt-Wochenenden lang folgende Themen im Fokus:
Brücken, Hochhäuser und ihre Statik, Windenergie und
Katapulte, Fahrzeuge und Flugobjekte, Gewächs- und
Bienenhäuser. Während der „Sommerwerkstatt“ 2015
wurde der Flugplatz in eine Koch- und Bonbon-Werkstatt
sowie in ein Bienenhaus umgewandelt. Die Teilnehmer
errichteten einen Garten im Fluss und erforschten „Ein
Quadratmeter Wiese“ sowie Flugsamen. Die „Sommerwerkstatt“
wurde ebenfalls von der Service Gesellschaft für
Frankfurt und Grüngürtel gGmbH unterstützt und von der
„Naturschule Hessen gGmbH“ sowie dem Verein „umwelt
exploratorium e. V.“ durchgeführt.

STEEP TM
Förderung einer guten Bindung
zwischen Mutter und Kind
bei hochbelasteten Familien

Für junge Familien mit Migrationshintergrund sowie sozial
und bildungsbenachteiligte Familien kann die Geburt
eines Kindes eine zusätzliche Belastung darstellen. Gerade
in solch einer prekären Lebenssituation besteht ein hohes
Risiko der Vernachlässigung des Neugeborenen. Hier setzt
das von der BHF BANK Stiftung geförderte amerikanische,
entwicklungspsychologische Programm STEEP TM an, das
auf die Förderung von Kleinkindern und die präventive
Stärkung von Familien mit hohen sozialen Belastungen
zielt. Das Projekt stärkt die Erziehungskompetenz der
jungen Eltern und unterstützt in Krisen- und Belastungssituationen
beim Aufbau einer gelingenden Eltern-Kind-
Bindung. Daher setzt STEEP TM bereits in der Schwangerschaft
an und wird bis ins dritte Lebensjahr angewandt.
STEEP TM-Beraterinnen machen individuelle Hausbesuche
und bieten Eltern-Kind-Gruppen und Familienaktionen
an, um die beginnende Bindungsentwicklung zwischen
Eltern und Kind optimal zu fördern. Mit Hilfe von Video-
Dokumentation analysieren die Projektmitarbeiter gemeinsam
mit den Eltern typische Verhaltensschemata, erarbeiten
Alternativen und stärken vorhandene Ressourcen.
Die Begleitung dauert vom letzten Drittel der Schwangerschaft
bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes.
Das Projekt wurde über mehrere Jahre in enger Kooperation
zwischen dem Kinder- und Familienzentrum Monikahaus
und dem Frankfurter Kinderbüro im Rahmen des Frankfurter
Bündnisses für Familien durchgeführt und von der
BHF BANK Stiftung von 2008 bis 2010 unterstützt. In dem
Förderzeitraum wurden Mitarbeiter/-innen verschiedener
Frankfurter Träger sozialer Arbeit zu STEEP-Beraterinnen
fortgebildet und so dazu befähigt, in ihren jeweiligen
Einrichtungen eigenständige Beratungen und Frühinterventionen
durchzuführen.

Unsere Grundschule wird Ganztagsschule

Mit der Einschulung ihrer Kinder stehen Eltern oftmals
vor dem Problem, dass eine ganztägige Betreuungsinfrastruktur
fehlt und somit der Alltag mit Beruf und Familie,
vor allem für die Mütter, kaum gelingt. Eltern wünschen
sich für ihre Kinder verlässliche und auch gute Angebote
für die Nachmittagsbetreuung. Vor diesem Hintergrund
hat die BHF BANK Stiftung mehrere Jahre lang an einem
Projektansatz zur qualitätvollen Ganztagsbetreuung
gearbeitet. An zwei Frankfurter Grundschulen wurden
Sozial- und Schulpolitik konsequent zusammengedacht
und innovative und effiziente Wege zu attraktiven und
verbindlichen Nachmittagsangeboten beschritten. Das
Vorhaben schloss vorhandene Lücken und entwickelte
neuartige Ganztagsangebote, zu denen auch die Gestaltung
umfänglicher Kulturprojekte gehörten. Zudem entstanden
Naturerlebnis-Angebote und solche zur Sprachund
Leseförderung in Kooperation mit der örtlichen
Bibliothek. Angesichts der Dringlichkeit, Kinder ganzheitlich
und kontinuierlich aufzufangen, wurden auch
Umgangsweisen mit Kommunikationsarmut und sprachlichen
Defiziten erprobt. Eine zentrale Rolle spielten Netzwerke
im Quartier für die Entwicklung der Angebote.

Lernwerkstatt Ursprung

In der heutigen digitalisierten Zeit haben Kinder und Jugendliche kaum noch die Möglichkeit, handwerkliche Tätigkeiten kennenzulernen. Dabei bilden gerade auch handwerkliche Fähigkeiten eine Grundlage für einen kreativen Umgang mit Herausforderungen des Lebens. Die Lernwerkstatt „Ursprung“ gibt jungen Menschen eine Perspektive: Hier können sie sägen, feilen, schleifen, mit ihren Händen Neues schaffen und dabei ihre Problemlösungskompetenz weiterentwickeln. Die Lernwerkstatt „Ursprung“ startete 2013 mit einem Werkstattprojekt für Kinder zwischen neun und 13 Jahren in einem ehemaligen Supermarkt und bot kurz darauf in Kooperation mit der benachbarten Wilhelm-Merton-Schule Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren in einem neuartigen Angebot Einblick in einige Handwerksberufe. Mit Förderung der BHF BANK Stiftung konnte „Ursprung“ im Jahr 2015 ein Werkstattgebäude an der Borsigallee anmieten. In Kooperation mit anderen Bürgerstiftungen und der Handwerkskammer Rhein-Main wurde dort von 2016 bis 2018 ein neuartiges Programm für jugendliche Seiteneinsteiger mit Interesse an handwerklichen Berufen in den so genannten „InteA“-Klassen der Wilhelm-Merton-Schule erprobt, um ihnen den Einstieg in eine Lehrstelle zu ermöglichen. Unter den Adressaten waren auch viele Geflüchtete. :::